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Flood -Maybe No That Bad?  
User currently offlineSydneysider From Germany, joined Jun 2000, 193 posts, RR: 0
Posted (11 years 8 months 1 day 2 hours ago) and read 940 times:

OK, I know, the title is very sarcastic at the moment, but hey..! In the today´s issue of the Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) is an article about how the society "solves the flood problem". Unfortunately, it´s in German and, fair dinkum, I´m too lazy to translate it.

"Leitartikel zur Hilfe im Hochwassser
Wir packen mit an – ohne diesen spontan Entschluss von unzähligen Freiwilligen hätten es die Profis von Feuerwehr, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk in den letzten Tagen schwer gehabt.
Viele, die da an den Deichen entlang der Elbe schufteten, waren Schüler, Studenten, kaufmännische Angestellte. Sie haben Sandsäcke gestapelt, beim Aufräumen in verwüsteten Straßen geholfen oder einfach nur gegen Abend Brote bestrichen für andere Helfer, die noch erschöpfter waren als sie selbst.
Die Freiwilligen berichten, dass zu Hause ein kleiner Anstoß genügt hatte, um ganze Schuljahrgänge, komplette Vereine oder Firmen zu mobilisieren: Willensbildung von unten nach oben. Mal waren es ein paar Schüler, die den Lehrer fragten, ob man nicht etwas tun müsse. Mal saßen Kicker im Sportverein abends zusammen und fassten den Entschluss, am nächsten Tag loszufahren. Bei der Landesbausparkasse in Hannover war es ein stellvertretender Abteilungsleiter, der eine Hilfsaktion in Gang setzte. Die Idee sprach sich herum, der Vorstandschef willigte ein und bestellte gleich Busse: 120 LBS-Mitarbeiter füllten gestern und vorgestern in Tramm bei Dannenberg Sandsäcke.

Die Wiederkehr des Vorbildlichen

Das Sensationelle dieser Hilfswelle liegt in ihrer Beiläufigkeit. Landauf, landab stehen auch Geringverdiener in den Sparkassen und erkundigen sich nach Überweisungsformularen, Kinder spenden Teile vom Taschengeld. Ohne viele Worte zu machen, haben die Deutschen schon fast 100 Millionen Euro auf die Sonderkonten der Hilfsorganisationen überwiesen. Nie kam in diesem Land so schnell so viel Geld zusammen.
Es sei doch normal, heißt es oft, dass man sich kümmert um Menschen in Not. Aber ist das so normal? Ist nicht bis vor kurzem von der sich ausbreitenden „Ellenbogengesellschaft“ die Rede gewesen? Hatte nicht eben erst die Shell-Jugendstudie vor „robusten Materialisten“ gewarnt, die nur noch mit nach außen gerichteten Ellenbogen durch die Gegend laufen?
Die Flut rüttelt in diesen Tagen vieles durcheinander – auch das allzu pessimistische Bild von Deutschland und den Deutschen. Jetzt werden wir Zeugen einer Wiederkehr des Vorbildlichen: Die Leute fragen, was sie selbst tun können für andere.
Allzu lange schon dümpelte Deutschland dahin als ein Land, dem es an Vorbildern mangelt. In der Politik gibt es niemanden, zu dem die Deutschen aufblicken würden wie einst die Amerikaner zu ihrem John F. Kennedy. Auch außerhalb der Politik sind Vorbilder so leicht nicht zu finden. Ein langjähriges Sportidol wie Boris Becker etwa sieht wegen Steuerhinterziehung einem Strafprozess entgegen. Auch in der Welt der Wirtschaft ist das Angebot an Vorbildern bescheiden. Mancher, den der Neue Markt anfangs als Star feierte, wurde am Ende zum Fall für die Staatsanwaltschaft. Während in den Talkshows jahrelang über Jugendkriminalität diskutiert wurde, stopften sich vor allem Erwachsene illegal die Taschen voll. Nach der jüngsten Kriminalstatistik stieg die Zahl der ermittelten Fälle von Wirtschaftskriminalität in den letzten beiden Jahren um satte 23,1 Prozent.

Pumpen aus Polen

All diese trüben Befunde sind wahr. Aber sie sind eben, wie die jüngsten Tage zeigen, nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil kommt jetzt eindrucksvoll zum Vorschein: Es gibt in diesem Land eine leise, nicht organisierte, aber dennoch machtvolle Bürgerbewegung in Richtung einer Rückbesinnung auf das Gute, auf das ethisch Gebotene. Immer mehr Menschen begreifen derzeit, dass in der Not die nächsten helfenden Hände die eigenen Hände sind. Darin liegt etwas zutiefst Menschliches – und auch etwas Urdemokratisches. Aus Dresden wird berichtet, es habe sich unter den Helfern ein „Gefühl wie 1989“ ausgebreitet: Wir sind das Volk.
Als vor fünf Jahren das Oderbruch überflutet wurde, staunten die Ostdeutschen über die spontane Hilfe der Westdeutschen. Von einer Einheit der Herzen war damals die Rede; dies ist jetzt auch wieder so. Aber mehr noch: Heute laufen im überschwemmten Sachsen unzählige Pumpen, die von Hilfsorganisationen aus Polen zur Verfügung gestellt wurden. Die polnische Feuerwehr und auch die Armee boten Hilfe beim Beseitigen der Hochwasserschäden an. Der Oberbürgermeister von Breslau sagte: „Jetzt sind wir an der Reihe, den Dresdenern zu helfen.“ Hilfsangebote kamen auch aus Litauen, der Ukraine und Kroatien. Mitten in der Not sollten die Deutschen nicht nur stolz auf sich selbst blicken, sondern auch auf ihre Freundschaft mit den Nachbarn.

Matthias Koch"

HAZ, 21-08-2002, page 1

Personally, I think, this article sums up very well the situation of the German society at the moment. ´For me, it´s fantastic to see, how this nation stands united in these moments of hurts. Many people have lost everything. Fortunately only 18 people have died, but every dead is one too much. The damage, so first expectations, will be around 20 billion Euro. To support the victims a littlebit, Germans have donated almost 120mio Euro in the last 5 days. Ok, that´s "only" money, but ,more fantastic, thousands of helpers from the whole republic came to the affected regions and helped with their manpower. And nobody even asked them to come.

For this help I´d like to say "Thank you" to everyone of them.

And, our nation also got support from our friends in the neighbourhood: Danmark, the Netherlands, Belgium, France, and many more supported us with sandbags during this war. And more: France, Danmark, Russia, Polska, Latvia, Switzerland have sent special forces.

To our friends: THANK YOU

Greetings from HAJ,

Christian


3 replies: All unread, jump to last
 
User currently offlineRacko From Germany, joined Nov 2001, 4856 posts, RR: 20
Reply 1, posted (11 years 8 months 1 day 1 hour ago) and read 922 times:

The best thing about the flood is, that the SPD and the Greens are in the race again, their crisis-management showed the public that we need a chancellor who can decide, and decide fast, and no yes/no/maybe/I change my opinion every 2nd day Stoiber. And it showed the people that reducing the pollution and saving the environment is reasonable and has to be done. If the PDS makes it to the parliament, I doubt that we'll see a chancellor Stoiber  Big thumbs up

User currently offlineSydneysider From Germany, joined Jun 2000, 193 posts, RR: 0
Reply 2, posted (11 years 8 months 1 day 1 hour ago) and read 922 times:

Ok, "über Geschmack (gleichbedeutend mit politschen Präferenzen) lässt sich nicht streiten". But I have quite no expectations for sunday´s interview: It will be the typical politic blabla. "You have my pen, so I´ll take your rubber" and so on  Smile/happy/getting dizzy
But, back to topic, I´d like to say Thanks (or Ta for our friends from Oz) to the helpers from everywhere.

Schönen Abend noch


User currently offlineAirsicknessbag From Germany, joined Aug 2000, 4723 posts, RR: 34
Reply 3, posted (11 years 8 months 9 hours ago) and read 895 times:

>>>If the PDS makes it to the parliament, I doubt that we'll see a chancellor Stoiber

So are you going to cast your vote tactically, for the "PDS"? I know it would be the wisest thing for my agenda (grand coalition is what I´m hoping for), but I can´t quite bring myself to do it.

>>>But I have quite no expectations for sunday´s interview: It will be the typical politic blabla.

... and that´s why I refuse to watch it. Neumodischer amerikanischer Quatsch Big grin

Daniel Smile


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